Sprechende Medizin

Die oft unerkannte Krankheit (Mi, 31 Jul 2019)

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4. Platz im bundesweiten Azubi-Wettbewerb (Di, 18 Jun 2019)

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Erneut Top-Mediziner der FOCUS-Liste (Fr, 14 Jun 2019)

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Die Welt der medizinischen Blogs

Hütchenspiele und die Sprechende-Medizin-Tombola (Di, 28 Jan 2020)
Kolumne von Dr. Matthias Soyka Neulich vorm Hauptbahnhof. Ein etwas abgerissener Mann fordert mich zu einem kleinen Spiel auf. Wo liegt die kleine Kugel? Unter dem rechten Hütchen, worunter er sie soeben gelegt hat? Oder links, wo er das Hütchen gerade hingeschoben hat? Vielleicht auch in der Mitte? Oder doch wieder rechts? Er schiebt die Hütchen in rasender und faszinierender Schnelligkeit hin und her. Und wenn man kein Mitleid mit ihm hat – oder es nur einfach mal probieren möchte, mit seiner Verschiebetechnik mitzuhalten – dann lässt man es vernünftigerweise lieber bleiben und setzt seine Euros nicht aufs Spiel, in dem man versucht, hier mitzuspielen und in der Geschwindigkeit seiner Taschenspielertricks eine Gelegenheit für den eigenen Vorteil zu sehen Warum sollte man es bei Jens Spahn anders halten? Das TSVG verspricht außerbudgetäre Bezahlung für alle neuen Fälle, die ein Arzt behandelt. An das Budget haben sich alle so gewöhnt, dass keiner mehr fragt, warum nicht auch die anderen Fälle vom Budget befreit werden, wenn man im Gesundheitsministerium der Meinung ist, die Ärzte würden zu wenig arbeiten. Doch kaum ist diese Kugel unter den Hut gelegt, wird dieser schon hin und her geschoben und hoppla – die angeblich vom Budget befreiten Fällen werden „bereinigt“. Und noch eine Handbewegung: Das Budget, auf das sich der Arzt zumindest ein bißchen verlassen kann, wird auch im nächsten Jahr kleiner sein als es vorher war. Wer 2020 viele Neupatienten hat, muss auch 2021 viele haben, sonst bekommt er seine Arbeit für die Altpatienten nicht bezahlt. Der Zuschauer schüttelt den Kopf über soviel Verrücktheit. Das hätte er nicht tun sollen, denn schon wieder werden die Hütchen hin und her geschoben. Plötzlich schiebt ein Mitspieler noch ein altes Hütchen aus dem Jahr 2006 auf den Tisch. Die sprechende Medizin soll gefördert werden. Deshalb nimmt man den Ärzten, die mit ihren Patienten am meisten sprechen, erstmal etwas von ihrem Einkommen weg, in dem man apparative Leistungen schlechter bezahlt als Leistungen der sprechenden Medizin. Auch Akupunkturleistungen werden „abgewertet“. Komisch denkt der Zuschauer des Hütchenspiels – seit wann ist eine dünne Akupunkturnadel ein Apparat. Und redet man mit den Patienten nicht bei der Akupunktur? Seis drum. Ultraschall wird auch weniger bezahlt, wahrscheinlich soll man jetzt beim Ultraschall mit dem Patienten nicht mehr reden, sondern kurz „Passt schon“ murmeln, wenn alles in Ordnung war und bedenklich mit dem Kopf wackeln, wenn der Befund Anlass zur Sorge gibt. Hier wird nichts gefördert, sondern das vorhandene Geld ein wenig rumgerührt bis einem schwindlig wird – also auch hier wieder Hütchenspiel par exellence. Noch ein Schwung mit dem mittleren Hütchen: Anästhesisten erhalten bei der Umverteilung zur Förderung der sprechenden Medizin die höchsten Zuwachsraten. Hoffentlich fühlen sich die Operateure nicht gestört, wenn die Anästhesiologen jetzt soviel mit ihren Patienten reden, während sie in der Narkose liegen. Für das ganze müssen noch die Honorarverteilungsmaßstäbe jeder einzelnen KV angepasst werden. Das verstehen sowieso nur ganz wenige und ermöglicht noch ein paar zusätzliche Hutschiebungen extra. Am Ende steht der grundversorgende Arzt da, mit seinen ehemaligen Neupatienten. Vielleicht hat er ein paar Euro mehr in diesem Jahr wegen der Neupatienten und ein paar weniger im nächsten wegen der Altpatienten. Vielleicht hat er Glück in der Sprechenden-Medizin-Tombola oder auch Pech – wer weiß es schon genau. Sicher ist nur, dass die ärztlichen Umsätze auch in diesem Jahr nicht wesentlich, nicht inflationsangepasst und vor allem nicht ausreichend steigen werden. Viele der potentiellen Opfer werden sich am Ende freuen, dass sie bei dem Hütchenspiel nicht allzuviel Geld verloren haben oder sogar zum Anködern einen kleinen Gewinn machen durften. Und während alle fasziniert von seinem Tempo sind, pfeift der Hütchenspieler durch die Zähne: „But what's puzzling you - Is the nature of my game!“ Er schiebt so virtuos, dass kaum jemand bemerkt, dass der wahre Verlust beim Hütchenspiel viel größer ist als der von Geld: Wer daran teilnimmt zahlt mit erhöhtem Arbeitsdruck, Verlust von Lebenszeit, Arbeitsautonomie, von Freiheit und Zufriedenheit. Man sollte da nicht mitspielen, sondern sich an ein Merkblatt der Berliner Polizei halten. Diese rät „Hütchenspieler meiden, denn Gewinnchancen gibt es nicht“ (zitiert nach Wikipedia). Die Polizei warnt außerdem: „In Berlin trifft man die Täter meist in Berlin-Mitte und in der westlichen City an.“ Genau genommen müsste es heißen: in der Friedrichstraße 108 Der Orthopäde und Buchautor Dr. Matthias Soyka aus Hamburg liebt das Schreiben ebenso wie seinen Beruf als Arzt. Doch die Absurditäten unseres Gesundheitssystems führen regelmäßig dazu, dass er beides verbindet. Im änd veröffentlicht der Facharzt regelmäßig einige seiner Denkanstöße. 26.01.2020 aend.de 13:22:39, Autor: js - mit freundlicher Gnehmigung des aend The post Hütchenspiele und die Sprechende-Medizin-Tombola appeared first on Die Welt der medizinischen Blogs. Verwandte Beiträge: Neues vom Regelleistungsvolumen 'Hat Schwarz-Gelb den Mut zu mehr Wettbewerb?' Teile der... Verschiedene Fälle von politischer Demenz 2009 machte sich der aktuelle Gesundheitsminister, Daniel Bahr (FDP),... Eine wirkliche Hilfe für gesetzlich Versicherte Herr Spahn sagt: "Ich finde zum Beispiel, wir sollten eine...
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Wahnsinnswoche 2020:04 (Sun, 26 Jan 2020)
In dieser Woche 164 Patientenkontakte und 13 Terminausfälle. Bis Mitte April bin ich ausgebucht. Kurzfristige Folgetermine habe ich also nicht im Angebot. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert, den Verkauf von Arztsitzen an Finanzinvestoren zu verbieten. Der Lauterbach, der bis 2013 im Aufsichtsrat eines profitorientierten privaten Klinikkonzerns saß? Der, der meint, Ärzte spielten Golf, statt zu arbeiten? Der Lauterbach, der als Co-Autor geschrieben hat: "Eine Rationierung wird notwendige Folge der Mittelbegrenzung sein. Unter dieser Annahme impliziert eine als gerecht empfundene Mittelverteilung, dass bestimmte Personen von einer optimalen Behandlung ausgeschlossen werden." Der "Experte"? Echt jetzt? Screenshot „Die hübscheste Irrenanstalt Deutschlands“ dlf 17.1.2020 Neulich habe ich erklärt wie es kommt, dass ich zum Gesetzesbrecher werde. Das mit dem Gesetzesbrecher stimmt aber gar nicht. Ich habe nur eine andere Rechtsauffassung. Soulfood: Hugo Kant - Out Of Time Playlist: Soulfood@youtube The post Wahnsinnswoche 2020:04 appeared first on Die Welt der medizinischen Blogs. Verwandte Beiträge: Wahnsinnswoche 2017:49 In dieser Woche 151 Patientenkontakte und 23 Terminausfälle. "Menschen können... Wahnsinnswoche 2018:17 In dieser Woche 172 Patientenkontakte und 11 Terminausfälle. Vor meinem... Wahnsinnswoche 2018:30 In dieser Woche 155 Patientenkontakte und 10 Terminausfälle. Bis zum...
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Trending (Sun, 26 Jan 2020)
Trended gerade auf Twitter – losgelöst von Dolly Parton (get you a woman who can do all)... Besuche meinen Blog für den vollen Text oder folge dem Blog via diesem feed: https://pharmama.ch/feed/ The post Trending appeared first on Die Welt der medizinischen Blogs. Verwandte Beiträge: Wer weiss es? Ich habe versucht es selber herauszufinden. Ehrlich. Aber ich komme... Wie man … einem Blog folgt Leichte technische Samstagslektüre, für die meisten reine Repetition, aber da... kleiner social Network Meilenstein 1500 x Danke für 1500 “Likes” auf Facebook. Und kein...
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Fresenius Kabi geht Joint Venture im Bereich Zell- und Gentherapien ein (Tue, 21 Jan 2020)
Fresenius Kabi, Bio-Techne und Wilson Wolf haben ein neues Joint Venture gegründet, um Forschungseinrichtungen und biopharmazeutische Unternehmen auf dem Gebiet der Zell- und Gentherapie zu unterstützen. Die drei Partner sind zu gleichen Teilen an dem Unternehmen beteiligt. Es soll skalierbare Produktionstechnologien und -prozesse für die Entwicklung und Vermarktung neuer Zell- und Gentherapien anbieten. Über die finanziellen Details wurde Stillschweigen vereinbart.
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Fresenius Helios bildet Antibiotika-Experten aus (Thu, 16 Jan 2020)
Fresenius Helios bildet ab sofort Antibiotika-Expertinnen und -Experten aus, um multiresistenten Erregern den Kampf anzusagen. Das Unternehmen wird an seinen 86 Kliniken in Deutschland in den kommenden Jahren mehr als 600 Ärztinnen und Ärzte für den richtigen Umgang mit Antibiotika schulen. Diese werden dann als Ansprechpartner für ihre Kolleginnen und Kollegen bereitstehen und für das Thema sensibilisieren. Außerdem wird Helios in allen Kliniken Antibiotika-Reportings einrichten, über die die Kliniken ihre Antibiotika-Verbrauchszahlen melden.
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